Der richtige Kopfschutz beim Kiten

von Redaktion • 23.3.2010 • Kategorie: BUGGYKITE & friendsHier bestellen!

Das Thema Helmpflicht beim Buggyfahren ist längst vom Tisch. Nicht, dass es sie auf den ausgewiesenen Fahrgebieten nicht ­weiterhin gäbe – aber die Vernunft scheint inzwischen bei jedem gesiegt zu haben. Und so sieht man heute fast ausschließlich Fahrer mit Helm. Auch ist so ein Rennhelm ziemlich stylisch. Nur: Wissen die Kiter eigentlich genau, was sie sich da über den Schädel ziehen? Da es keine Normen für Buggyhelme gibt, werden Downhill-Bikehelme, Gleitschirmhelme, Skihelme oder Skate- und Kajakhelme aufgezogen. Ist damit die Sicherheit speziell für Kiter wirklich gewährleistet? Wir haben uns auf dem Markt ­einmal genauer umgeschaut und Bemerkenswertes entdeckt.

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Ein robustes Fullface-Modell wie der Cortex DH bietet Rundumschutz und sieht dabei noch stylisch aus. Feines Finish, aber vor allem die eingebaute Sicherheitstechnik hat es in sich

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Uvex Hellraiser: günstiges Vorjahresmodell mit EPS-Innenschale und aufgefächerter Belüftung

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2010er-Uvex-Downhill-Modell mit aggressivem Jet-Fighter-Dekor

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Skull-Designvariante des 2010er-Downhills von Uvex in 5 Größen

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Mit Aramidfaser (Kevlar) verstärkte innere Polycarbonat-Schale

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Dank Carbon-Außenschale wiegt der POC-Helm nicht mehr als ein Kilogramm

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Wangenpolster in verschiedenen Stärken helfen beim Anpassen des Helms

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Große Lüftungsöffnung für freies Atmen auch bei großen Anstrengungen

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Verstellbarer, zum Kinn abgepolsterter Verschluss

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Einstell- und abnehmbares Visier

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Durchgehend massive GFK-Außenschale der Downhill-Helme

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Lüftung und „Gehörgang“ für die Ohren seitlich am Helm

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Die EPS-Innenschale sorgt für Sicherheit nach EN-1078-Norm

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Per Druckknopf abnehmbare Wangenpolster

Bei der Suche nach dem optimalen Schutz für uns Landkiter stießen wir unweigerlich auf den Cortex DH von POC. Diese schwedische Firma hat ein umfangreiches An­­gebot an Ski- und Bikehelmen, welches in dem Highend-Modell Cortex DH gipfelt. Dessen Außenschale ist aus Carbonfasern gefertigt, die dem Helm eine hohe Festig­keit bei geringem Ge­­wicht verleihen. Zwischen der Außen­schale und dem Innenteil des Helms befindet sich die stoßdämpfende Aramid-Barriere APB; sie sorgt für optimalen Penetrationsschutz. Zusätzlich ist der Cortex DH mit der neuen MIPS-Techno­logie versehen, bei der eine zusätzliche Schicht aus Teflon zwischen die beiden Helm­schalen eingearbeitet ist. Dieses System bewirkt, dass sich die Außen­schale bei einem schrägen Aufprall des Helms auf eine Oberfläche verschiebt. Dadurch können bis zu 45 Prozent der Kräfte absorbiert werden, die sonst direkt auf das Gehirn einwirken würden. Und tatsächlich sind sowohl die Stoß­dämpfungsprüfungen nach Radhelmnorm (EN 1078) als auch die nach Skihelm­norm (EN 1077) für einen direkten 90-Grad-Aufprall ausgelegt.

Vom Kite gezogen würden wir allerdings in den meisten Fällen in einem schrägen Winkel aufschlagen und Kopf und Gehirn dabei in eine Rotations­bewegung versetzen. Hier schafft die neue MIPS-Technologie durch das Verdrehen der äußeren Schale Abhilfe. Außerdem optimiert der Kinn­schutz die Sicherheit und bewahrt Kinn und Gesicht vor Verletzungen. Integrierte Belüftungskanäle bieten einen idealen Feuchtigkeitstransport. Das Full­face-Modell verfügt auf Ohrhöhe und am Kinnbügel über Öffnungen, um gutes Atmen und Hören zu ermöglichen. Dank verschieden dicker Wangenpolster kann der Helm optimal an die Kopfgröße des Kiters angepasst werden. Der Preis liegt bei 429,– Euro. Wenn man bedenkt, was Kites und Buggy kosten, ist diese Summe für die Sicherheit bestimmt gut angelegt.

Alternativen
Sehr verlässlich und bereits im Buggysport bewährt sind die Fullface-Helme von Uvex. Hier wird derzeit das Modell Downhill mit GFK-Schale angeboten, welches langlebig ist und zusammen mit der EPS-Innenschale einen guten Schutz bietet. Die auf zwei Schalengrößen basierende Abstufung in 5 Größen sorgt für optimale Passform, und das Gewicht um etwa ein Kilogramm für guten Tragekomfort. Preis: 159,95 Euro.
Ein sehr günstiges Angebot ist das Vor­jahresmodell Hellraiser, welches mit unter 800 Gramm noch leichter ist und ebenfalls in den Größen von XS bis XL angeboten wurde. Mit EPS-Innenschale und EN-1078-Prüfung bietet der Hellraiser eine gute Sicherheit, könnte aber aufgrund der Außenschale aus ABS eventuell nicht ganz so langlebig sein wie Carbon- und GFK-Modelle. Der Preis hierfür: 99,95 Euro.

Schalenmaterial
Ein pauschaler Wert für die Lebensdauer eines Helms kann nach wenigen Tests natürlich nicht genannt werden. Ein Helm kann jedoch bei pfleglicher Behandlung oder bei seltenem Gebrauch ein Jahrzehnt überstehen. Das gilt für Carbon- und GFK-Versionen wie für Polycarbonat-Helme, von denen man allerdings sagt, dass sie nicht länger als nötig dem Sonnenlicht ausgesetzt werden sollten. Auch die Innenschale altert offensichtlich kaum, sodass die dämpfenden Eigenschaften lange erhalten bleiben. Durch die größere Steifigkeit der aus Kohle- beziehungsweise Glasfaser­matten mittels Harz laminierten Modelle liegt es nahe, dass hier die Energiever­teilung durch die Schale höher ist, wobei man die Bauausführung als Laie sicher kaum beurteilen kann.

Schwerwiegender fällt die Beeinträchti­gung nach einem Crash ins Gewicht. Nach einem starken Aufprall gehört der Helm selbstverständlich ausgetauscht. Kleinere „Feindbe­rührungen“ steckt ein GFK-Helm vermutlich am Besten weg; er würde wie ein Carbon­helm eine Überlastung am ehesten mit einem Aufreißen des Schalen­materials anzeigen. Elastische Kunststoffe geben eine Kraftein­wirkung eher an den Schaum der Innen­schale weiter, welcher bereits in Mitlei­den­schaft gezogen sein kann, wenn man von außen gar keine Beschädigung entdeckt.

Erschreckendes
In den USA wird zwischen einem Helm und einem „hard hat“ differenziert. So wird beispielsweise das Modell Watts von Bern mit EPS-Schaum für die Ski- und Fahrrad­nor­men ausgewiesen. Bei den gleichen Helmen mit Brook-Soft-Schaum hingegen, welche bei uns für den Wassersport angeboten werden, weist man in den USA darauf hin, dass sie nicht die Standards für den Kopfschutz bei Action-Sportarten erreichen. Ein „hard hat“ soll laut Definition lediglich vor herabfallenden Gegenständen und nicht beim Sturz schützen. Der für den Wasserbereich angebotene Schaum ist leicht, weich, passt sich dem Kopf gut an und nimmt keine Feuchtigkeit auf, womit er als Multi-Impact-Helm die Kanu- und Wild­wassersportnorm EN 1385 erfüllt. Ohne die Umstände im De­­tail zu kennen, wirft allerdings der jüngste tödliche Unfall eines italienischen Buggy­kiters, welcher einen Jobe-Titan-Wasser­sport­helm trug, kein gutes Licht auf die Sicherheit dieser Art von „Kopfbe­­deckungen“ beim Landkiten.

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Lüftung durch fünf kleinere Löcher am Uvex-Kinnschutz

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Watts „hard hat“ von Bern: gilt in den USA nicht als Action-Sporthelm!

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Mit Brook-Soft-Schaum wird die „Paddlernorm“ EN 1385 erreicht

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Dieser Helm hat vermutlich einen Kieferbruch vereitelt und damit seine Schuldigkeit getan

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Weiche Abpolsterung bietet bequemen Sitz des Uvex-Helms

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Wirkungsweise des MIPS bei schrägem Aufprall

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