Haugastol

von Redaktion • 30.6.2008 • Kategorie: SNOWKITE & friendsHier bestellen!

Kite RunnersAuch wenn alle von Erderwärmung reden, Norwegen ist davon wohl ­verschont geblieben. Als wir Mitte April bei 25 Grad Celsius in Rastede losfuhren, konnte aber noch keiner von uns ahnen, was uns in Norwegen erwarten würde.




Ziel unserer Reise war Geilo/Haugastol, zum Snowkiten eines der besten Gebiete der Welt. Mit der Fähre ging es über Kopen­hagen nach Oslo. Eine Autobahn suchten wir in Norwegen vergebens, und so rumpelte unser Van die letzten 260 Kilometer über norwegische Straßen bis nach Haugastol. Bis dahin ließ der Schnee allerdings zu wün­schen übrig und eine leichte Ent­täuschung machte sich breit. Am Ziel angekommen hatten wir das Gefühl, dass Haugastol eigentlich nur aus einem Haus und ein paar Anbauten besteht. Bis zum nächsten Laden sind es da mal eben 25 Kilometer.Als wir dann nach dem nächsten Snow­kite­spot fragten wurde uns nur gesagt, dass die einzige Straße durch das Hoch­plateau gesperrt sei und man nur im Konvoi hinter einem Schneepflug fahren dürfe. Es liege einfach zu viel Schnee auf der Straße.Wir jedenfalls konnten von den Massen an Schnee nichts sehen und belächelten doch etwas die norwegische Mentalität.

Schnee
Diese Meinung änderte sich jedoch schlagartig, als wir uns in besagtem Konvoi befanden und zum ersten Mal hoch auf das Hardangervidda-Plateau fuhren. An den Straßen türmten sich die Schnee­massen bis zu 6 Meter hoch auf und links und rechts erschloss sich ein scheinbar unendliches Gebiet von Seen und Hügeln, das zum Kiten bestens geeignet war. Alle drei bis vier Kilometer findet man hier einen Parkplatz, wenn er denn freigeräumt ist, von dem man in die weiße Einöde starten kann.

Und genau das taten wir. Zwei Montanas und eine Apex in den Himmel und ab in die Wildnis! Sofort entdeckten Tobi und Gunnar einige schöne Abhänge, die so richtig gerockt werden wollten. Das durch die Flüge angesammelte Adrenalin musste dann nach dieser Session erst einmal beim Cruisen im Pulverschnee auf einem Hoch­plateau abgebaut werden. Man merkt gar nicht, wie schnell man sich vom Auto entfernt. Bei langen Touren ist daher ein GPS-Gerät sicherlich hilfreich. Dieses Gebiet hat einfach alles: Abhänge, Pulverschnee, weite, ebene Flächen und vor allem viel Wind.

An sechs von sieben Tagen weht er auf dem Plateau, im Schnitt mit um die 13 bis 15 Knoten. Wir hatten allerdings auch Tage, an denen uns der gefallene Neu­schnee mit bis zu 38 Knoten um die Ohren fegte, bei einer Temperatur von bei -10 Grad Celsius. Das ist Snow­kiten im Extrembereich! Durch die schnellen Wetteränderungen in Haugastol kann es schon mal vorkommen, dass es nicht möglich ist, auf das Plateau hochzufahren. Dieses Problem hatten wir leider zwei Tage lang, doch die Locals fuhren uns mit Schneemobilen an Plätze, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Generell wird man sehr freundlich aufgenommen und man ist hier bestens aufs Snowkiten eingerichtet. In einer kleinen Hausbar treffen sich die Kiter, und über drei Monitore werden immer die aktuellen Winddaten auf dem Plateau angezeigt. Ein Service, der die Suche nach dem perfekten Spot erheblich erleichtert. Vom Service in Norwegen könn­ten sich viele deutsche Hotels eine Scheibe abschneiden. So gibt es für alle einen kostenlosen WLAN-Zugang, DVD-Player in den Apartments sind auch selbstverständlich und an der Bar kann man Snowkite-Videos leihen. Gerade auch deshalb wohnen wohl dort oben in der Saison die besten Snowkiter der Welt.

Lohnenswert
Wir haben an manchen Tagen bis zu zehn Stunden im Schnee verbracht. Durch die nördliche Lage konnten wir noch im April bis etwa 22.15 Uhr kiten und einen super Trip bei besten Bedingungen erleben. Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hierhin kommen.
Infos zum Spot gibt es im Internet unter www.haugastol.no

Text und Fotos: Jan-Hendrik Junker

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